CLOUD COMPUTING: DIE RICHTIGE WAHL

Welche Cloud-Lösung passt zu meinem Unternehmen?
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Die deutschen Mittelständler treiben die digitale Transformation voran. Eigene IT-Expertise müssen sie dafür nicht unbedingt aufbauen: Das übernehmen externe Cloud-Spezialisten. Deren Angebote werden gern angenommen.


Wer braucht eine eigene IT-Abteilung, wenn er deren Aufgaben an Experten auslagern kann? So fragen die Fans der Cloud. Sind meine Daten sicher, wenn ich sie auslagere? So halten die Skeptiker dagegen. Die Frage ist berechtigt, doch solche Vorbehalte lassen sich offenbar auflösen. 83 Prozent der deutschen Konzerne sind Cloud-Anwender, besagt der Cloud Monitor 2018, bei den Mittelständlern sind es zwei Drittel. Der Grund für diesen Erfolg: „Cloud Computing hilft Unternehmen jeder Größenordnung, die Herausforderungen der digitalen Transformation zu meistern“, sagt Dr. Axel Pols, Geschäftsführer von Bitkom Research. „Diese Erkenntnis hat sich durchgesetzt.“ 

„Neu gegründete Unternehmen, die jetzt den Markt betreten, beschäftigen sich kaum noch mit der eigenen IT – die gehen einfach alle in die Cloud“, bestätigt Robert Tech, Inhaber und Geschäftsführer von Assecor GmbH, einer Digitalberatung für Mittelständler. Das war nicht immer so: Viele deutsche Unternehmen zögerten. Zu groß schien ihnen das Risiko, wertvolle Daten und Prozesse aus der Hand zu geben. Sie schauten erst einmal, wie es anderen Unternehmen erging. „Vorreiter sind besonders wichtig“, sagt Tech. „Profitiert ein Unternehmen von der Umstellung auf die Cloud, so ist das für Wettbewerber ein schlagkräftiges Argument, die Technologie selbst auszuprobieren.“ 

Damit tauchen neue Fragen auf. Die entscheidende lautet: Welche Cloud-Lösung passt zu mir?

 

Was ist eigentlich Cloud Computing? 

Cloud Computing sorgt für Struktur in der Unternehmens-IT, meist über das Internet. Dabei entscheidet jedes Unternehmen für sich, wie viel es auslagert und welche firmeninternen IT-Prozesse weiterhin intern bleiben. Dabei gibt es drei Stufen: Software as a Service, Platform as a Service und Infrastructure as a Service, abgekürzt SaaS, PaaS und IaaS. 

  • „Software as a Service ist eine Endanwendung“, sagt Tech. In der Regel handelt es sich bei SaaS um Dienste, die über Browser zur Verfügung gestellt werden. Der Anwender interessiert sich selten für Detailfragen – was zählt ist, dass der Dienst immer verfügbar und schnell aufrufbar ist. Dafür wird meist ein monatliches Entgelt erhoben. 
  • Platform as a Service ist eher für Entwickler gedacht, also für Nutzer, die sich nicht mit hardwarebezogenen Aspekten beschäftigen wollen, sondern nur eine sichere Umgebung brauchen, auf der sie ihre Software installieren können“, erklärt Tech. Das ist zum Beispiel wichtig für Start-ups, die ihre Apps schnell auf den Markt bringen wollen, ohne Zeit mit dem Aufbau großer IT-Infrastrukturen zu verlieren.
  •  „Infrastructure as a Service liegt noch eine Ebene tiefer: sozusagen Server on Demand“, ergänzt Tech. Hier wird tatsächlich auch die gesamte technische Infrastruktur zur Verfügung gestellt, mit vollen Zugriffsrechten auf die Server. Nicht immer sind Iaas und PaaS trennscharf zu unterscheiden. 

„Jedem, der sich dem kleinen Mittelstand zurechnet, würde ich ganz klar SaaS empfehlen“, sagt Assecor-Geschäftsführer Tech. Sobald die Firma wächst, sei der Zugriff auf PaaS denkbar, um eigene Prozesse zu etablieren und eigene Anwendungen darauf laufen zu lassen. „Unternehmen, die tatsächlich eigene Lösungen bereitstellen – zum Beispiel Start-ups –, kommen an Platform as a Service nicht vorbei.“

 

Public, Private und Hybrid Cloud: die Unterschiede

Welche Dienstleistungen überhaupt gebraucht werden, ist wichtig. Ebenso bedeutend für Unternehmen: Wo liegen die Daten und wer hat Zugriff darauf? Dabei gibt es drei Varianten: 

  • Public-Cloud-Angebote sind im Netz für alle zugänglich. SaaS fällt meistens unter diese Kategorie. Hier teilt sich eine große Anzahl von Nutzern dieselbe digitale Infrastruktur, eine Einflussnahme auf die Handhabung der anfallenden Daten ist normalerweise nicht möglich. 
  • Private Cloud kann sich sowohl auf „On Premise“-Lösungen beziehen – also auf Cloud-Anwendungen, die auf unternehmenseigenen Servern gehostet werden – als auch auf maßgeschneiderte Angebote, die von externen Dienstleistern zur Verfügung gestellt werden. PaaS und IaaS fallen beide unter diese Kategorie. 
  • Die Hybrid Cloud kombiniert die Flexibilität der Public Cloud mit der Sicherheit der Private Cloud – je nachdem, wie hoch die Anforderungen an Datensicherheit sind. 

„Besonders bei kritischen Daten muss jedes Unternehmen sein Risikobewusstsein einschätzen können und entscheiden, ob es diese Daten einem externen Dienstleister anvertrauen will“, sagt Assecor-Geschäftsführer Robert Tech. Hier helfe es, auf das Geschäftsmodell der Anbieter zu schauen: „Kostenlos heißt hier meistens, dass ich mit meinen Daten bezahle – man denke an Google oder Facebook. Das Problem hat man bei Amazon oder Microsoft wiederum nicht.“

Tschüss Aktenschränke – hallo Zukunft! 

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