B wie Bewerbung

Die Schul- und Universitätsabgänger von heute sind als erste Generation komplett mit digitalen Technologien aufgewachsen: Smartphones spielen eine zentrale Rolle in ihrem Leben. Die Grenzen zwischen dem realen und dem virtuellen Austausch fallen. Wer die Digital Natives als Arbeitskräfte will, muss sich dort aufhalten, wo auch diese Talente unterwegs sind: in den sozialen Medien.

Personalchefs verklären nostalgisch die Zeiten, in denen sich Bewerbermappen auf ihren Schreibtischen stapelten. Heute kommen Bewerbungen elektronisch – wenn sie denn kommen. Qualifizierte Talente können sich ihren Arbeitgeber aussuchen, und genau das tun sie. 43 Prozent der jungen Frauen und Männer nutzen übrigens, wie die LMU München erfragt hat, ihr Smartphone zur Jobsuche. Dort checken sie, wie auf Bewertungsportalen wie kununu über Unternehmen gesprochen wird, wie frisch (oder schnarchig) der mögliche Arbeitgeber auf Instagram oder LinkedIn rüberkommt. Ja, es ist ein Buhlen. Doch wer nicht mitmacht beim Employer Branding, bleibt außen vor.

Wer Bewerbungen wochenlang in virtuellen Postkästen schmoren lässt, hat ebenfalls verloren. Rasches Feedback gilt als selbstverständlich. „Kein Feedback = kein Interesse“ schlussfolgern die Bewerber und geben dem potenziellen Arbeitgeber einen Korb: disqualifiziert qua Untätigkeit. Hier können Mittelständler punkten. Da die Bewerbungen nicht durch diverse Gremien laufen müssen, können sie Bewerber schon am nächsten oder übernächsten Tag mit einem Gesprächsangebot überraschen – und sich so eines der gesuchten Talente sichern.