I wie Influencer

I wie Influencer

Angeblich will heute jeder Influencer werden. Coole Videos auf YouTube hochladen, Selfies auf Instagram posten – schon rollt der Rubel. Ja, darüber darf man spötteln. Allerdings nicht zu sehr, denn der Influencer-Hype offenbart einiges über das Selbstverständnis der Jugend, mehr noch über das Selbstbewusstsein der Generation Z: „Ich bin wichtig. Ich habe etwas zu sagen, also hört mir zu!“ Jeder kann Influencer sein, muss nur sein Gesicht in die Handykamera halten – und fertig. Qualifikationen? Unnötig. Zugangsbeschränkungen? Gibt es nicht. Entscheidend ist, von sich überzeugt zu sein.

Was vor der Handykamera halbwegs funktionieren mag, ist im Kontext von Arbeit vor allem eines: anstrengend. Freudig zur Schau gestelltes Selbstbewusstsein ohne Fach- und Detailkenntnisse kann nerven. Und würde zu fatalen Fehlern führen, würden die Kollegen ihre jungen Mitstreiter nicht vor sich selbst schützen. Allerdings: Mit Einsicht ist kaum zu rechnen.

Welcher Zeus lässt sich schon gern von Kollegen und ihrem Feedback vom Olymp schubsen und mag einsehen, ein normaler Sterblicher zu sein? Der zudem noch viel zu lernen hat? Eben.