K wie Karriere

Lachen auf dem Friedhof? Ist ausnahmsweise erlaubt, wenn auf dem Grabstein steht: „Er rieb sich auf für die Firma.“ Die Wahrscheinlichkeit solcher Inschriften sinkt, denn junge Menschen tun sich schwer mit der Karriere. Einfluss nehmen und gestalten? Gern. Als Manager zwischen Baum und Borke zerrieben werden, Überstunden schieben und abends den Berg an E-Mails abarbeiten? Nö. Die Generation Z habe erkannt, sagt Christian Scholz, Professor für BWL an der Universität des Saarlandes: „Man kann im Hamsterrad noch so fest treten, es bringt allenfalls Burn-out und Krankenstand.“ Auch deshalb fragen Berufseinsteiger verstärkt nach Teilzeitaufgaben.

In Umfragen nennen zwar zwei von drei Befragten „die eigenen Karrieremöglichkeiten“ als höchste Priorität im Job, doch definieren sie „Karriere“ anders. Führungsverantwortung verliert an Attraktivität. Der Spruch „Karriere wird nach fünf gemacht“ sorgt für genervtes Augenrollen. Ihre Motivation ziehen Digital Natives daraus, Einfluss zu nehmen und spannende Projekte mitzugestalten. Und um 17 Uhr fällt der Hammer bzw. wird der Laptop zugeklappt. Letztlich ist das Privatleben wichtiger.

Unternehmen sind gefordert, diesen Wertewechsel zu erkennen und entsprechende Angebote zu machen. Darin liegt für sie eine Chance: Früher wurden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter befördert, wenn sie fachlich gut waren – plötzlich mussten sie Führungsverantwortung übernehmen. Doch Führen hatten sie nie gelernt. Die Folge: Chefs, die nicht tun durften, worin sie gut waren, und tun mussten, was sie nicht konnten.

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