SERIE: E-HEALTH IN DER PRAXIS

#2: Die wichtigsten Anwendungen
#Effizienz # E-Health #Wirtschaft #Digitalisierung

Der E-Health-Markt boomt. Weil jeder ein Stück vom Kuchen abbekommen möchte, platzieren sich Akteure aus unterschiedlichen Branchen mit diversen Anwendungen. Aber welche konkreten medizinischen Einsatzbereiche gibt es überhaupt? Und welche davon sind wirklich innovativ? Im zweiten Teil unserer fünfteiligen Serie stellen wir die wichtigsten aktuellen E-Health-Anwendungen vor. Im Zwei-Wochen-Rhythmus widmen wir uns mit dieser Serie dann noch der Telemedizin sowie den Chancen und Risiken von E-Health. 

Einsatzfelder für neue digitale Technologien finden sich in fast allen Bereichen der Gesundheitsversorgung – von der Psychotherapie bis hin zu Rehabilitation oder hausärztlicher Versorgung. Dabei geht es unter anderem um schnellen Zugriff auf medizinische Beratung, aber auch darum, Menschen Flexibilität zu ermöglichen. Um zu verstehen, was das konkret bedeutet, muss das große Feld der E-Health-Anwendungen zunächst gegliedert werden. 

Klassen von E-Health-Anwendungen

Die unterschiedlichen Anwendungsgebiete lassen sich nach ihren Zielen in Information, Kommunikation, Interaktion, Transaktion und Integration unterteilen. Die Fachzeitschrift für Informationstechnik eGovernment Computing, die über digitale Informationsverarbeitung im öffentlichen Sektor informiert, unterscheidet folgendermaßen: 

Zum Bereich „Information“ gehört die Bereitstellung von Informationen für Ärzte und Patienten über spezielle Informationsportale wie das Patienteninformationssystem. Mit „Kommunikation“ sind Anwendungen gemeint, die den Austausch von Informationen erleichtern, ohne dass eine zeitnahe oder direkte Reaktion der Kommunikationspartner erforderlich ist. Anwendungen zur „Interaktion“ lassen die Kommunikationspartner hingegen direkt miteinander korrespondieren. In Bereich „Transaktion“ sind alle Anwendungen zu finden, die den Datenaustausch zwischen verschiedenen Beteiligten erlauben und gleichzeitig ermöglichen, alle erbrachten medizinischen Leistungen elektronisch abzubilden und abzuwickeln. Hier setzt man zum Beispiel die eGK (elektronische Gesundheitskarte) ein. In den Bereich „Integration“ fallen Anwendungen, die für die lebenslange zentrale Speicherung von Patientendaten entwickelt wurden. Ein Beispiel für eine Anwendung aus diesem Bereich ist die digitale Patientenakte.

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Beispiele aus der Praxis: die wichtigsten Anwendungen

Patienten managen und kontrollieren ihre Gesundheit zunehmend eigenverantwortlich: In Online-Gesundheitsportalen informieren sie sich, mithilfe von Apps und Wearables erfassen sie sogenannte Vitaldaten. Dieser digitale Trend macht auch vor Praxen und Krankenkassen nicht halt: Anwendungen wie die digitale Patientenakte ermöglichen in Zukunft eine hohe und sichere Verfügbarkeit von medizinischen Daten. Zudem beschleunigen sie den sicheren Austausch von Informationen und vereinfachen Prozesse. Die immer stärkere Nutzung digitaler und mobiler Devices treibt somit die Smart-Healthcare-Entwicklung voran. Und papierlose Prozesse senken in Organisationen des Gesundheitswesens erheblich Kosten und verbessern die gezielte und schnelle Versorgung.          

Krankheits- und Wissensmanagement

Damit sensible Patientendaten gesetzeskonform und reibungslos verwendet werden können, ist der Einsatz einer sicheren Softwarelösung unumgänglich. Es gilt, das IT-Sicherheitsgesetz und die KRITIS-Verordnung zu beachten (TA Triumph-Adler bietet in Partnerschaft mit der Bundesdruckerei passende Beratung und Lösungen an). Am häufigsten wird beim Krankheits- und Wissensmanagement auf Krankenhausinformationssysteme (KIS) zurückgegriffen, deren Funktionen die Sicherung, Veränderung und Präsentation von Informationen und Daten umfasst. Daraus ergibt sich, dass jeder befugte Mitarbeiter Zugriff auf für ihn relevante Daten hat. Immer häufiger werden KIS im Rahmen von mHealth (Mobile Health)-Anwendungen auf mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablets bereitgestellt, um mehr Flexibilität zu gewährleisten. 

Elektronische Patientenakte

Hierbei handelt es sich um eine Datenbank, die zurzeit noch in Modellversuchen getestet wird. In der elektronischen Patientenakte werden alle gesundheitsrelevanten Informationen digital gespeichert. Ziel ist, dass Ärzte, Apotheken und Pflegeeinrichtungen ohne Zeitverlust Informationen abrufen können, sofern der Patient zustimmt. Die Verfügungsgewalt liegt beim Patienten, er entscheidet über Umfang, Dauer der Speicherung und Art der Bearbeitung seiner Akte. Dieses staatlich geplante System ist nicht zu verwechseln mit privatwirtschaftlichen internetbasierten Angeboten wie Google Health oder Microsoft HealthVault.

Elektronische Gesundheitskarte

Seit 2015 ist die elektronische Gesundheitskarte (eGK) der einzige Berechtigungsausweis, um Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung in Anspruch nehmen zu können. Auf der Gesundheitskarte sind sowohl administrative Informationen als auch Notfalldaten, beispielsweise der persönliche Medikationsplan, gespeichert. Ob und in welchem Umfang die elektronische Gesundheitskarte zur Speicherung von medizinischen Daten verwendet wird, kann individuell entschieden werden. Darüber hinaus können Patienten ihre Daten einsehen, ausdrucken oder auch wieder löschen lassen. Nur die Verwaltungsdaten der Versicherten werden verpflichtend auf der Gesundheitskarte gespeichert. Der Start der elektronischen Gesundheitskarte verläuft jedoch holprig: Obwohl inzwischen fast jeder Kassenpatient eine eGK besitzt, können deren Funktionen bisher nur eingeschränkt genutzt werden. Denn um die Daten auf dem Chip auslesen zu können, braucht es ein spezielles Lesegerät. Laut dem E-Health-Gesetz sind alle Arztpraxen verpflichtet, sich dieses bis zum 1. Juli 2018 anzuschaffen. Das Problem: Bei den Herstellern gibt es Probleme. Wie die Süddeutsche Zeitung unlängst berichtete, fordern Ärzte nun eine Verlängerung der Frist. Schließlich gibt es bislang erst zwei Firmen, die spezielle Geräte für die Gesundheitskarte herstellen. Entsprechend hoch sind die Preise für die sichere Technik.

Gesundheitsportale und Webseiten

Ob Ausschlag oder Grippe – das Internet bietet für fast jedes gesundheitliche Gebrechen Informationen. Fakten, Verlauf und Behandlungsmöglichkeiten sind kostenlos abrufbar. Aber wie erkennt man, ob die Informationen wirklich seriös sind? Mit rund acht Millionen Usern zählt NetDoktor zu Deutschlands führenden Gesundheitsportalen. Die Redaktion besteht aus erfahrenen Fachjournalisten, Biologen und Ärzten. Medizinische Gutachter der Zeitschrift Ökotest vergaben 2017 Bestnoten in den Bereichen Vollständigkeit, Neutralität, Richtigkeit, Aktualität und Verständlichkeit. Besonders der Symptom-Checker hat es den Gutachtern angetan. Er arbeite im Vergleich zu den Tools anderer Portale sehr gut und stelle meist die richtigen Diagnosen.

Online-Apotheken

Schmerzmittel, Nahrungsergänzungsmittel oder eine einfache Sportsalbe: Für rezeptfreie Medikamente gibt es keinen Grund mehr, das Haus zu verlassen. Unzählige Online-Apotheken ermöglichen eine sorglose Bestellung und Lieferung innerhalb kürzester Zeit. Webseiten wie medizinfuchs.de bieten Usern auch die Möglichkeit, Medikamente preislich zu vergleichen. Aber auch rezeptpflichtige Medikamente kann man sich mittlerweile online beschaffen: Online-Apotheken wie docmorris.de stellen zur Rezepteinsendung Freiumschläge zur Verfügung, sodass für den Kunden keine Portokosten anfallen. Serviceanbieter wie Medabo übernehmen die Aufgabe, Folgerezepte anzufordern, und leiten diese direkt an die Online-Apotheke der Wahl weiter. 

Assisted Living

Hinter Assisted Living stehen alle Konzepte, Produkte und Dienstleistungen, die dazu beitragen, Menschen durch den Einsatz intelligenter Technik ein möglichst unabhängiges, gesundes und sicheres Leben zu ermöglichen – auch im Alter. Im Wohnumfeld installierte Sensoren zur Vermeidung von Unfällen oder intelligente Geräte, die Aufgaben des täglichen Lebens selbstständig übernehmen. Ein Beispiel hierfür sind Hausnotrufsysteme, bei denen Hilfsbedürftige Informationen über ihren Gesundheitszustand und auch einen Hausschlüssel hinterlegen können. Wird ein Notruf ausgelöst, leitet ein Mitarbeiter der Zentrale umgehend alle weiteren Schritte in die Wege, um sofortige Hilfe zu gewährleisten. Hausnotrufdienste sind Bestandteil vieler Pflegekassen und somit finanziell gedeckt. Bekannte Anbieter dieses Dienstes sind beispielsweise die Johanniter oder das Deutsche Rote Kreuz.

Activity-Tracker

Ob als Fitness- bzw. Gesundheitsarmband, als App auf Smartphones oder Smartwatches. Activity-Tracker dienen zur Aufzeichnung, Bearbeitung und Versendung fitnessrelevanter Daten wie etwa Laufstrecken oder für gesundheitsrelevante Daten wie der Herzschlagfrequenz und Schlafqualität. Trotz relativ hoher Anschaffungskosten erfreuen sich auch Smartwatches zunehmender Beliebtheit. Wer nicht ganz so tief in die Tasche greifen möchte, kann beispielsweise die kostenlose App Google Fit auf seinem Smartphone installieren.

Gesundheitsvorsorge

Ob Medikamentenverordnungen, Patientenüberwachung, Diagnostik und Therapie oder die digitale Vergabe von Arztterminen: Hier heißt das Stichwort Telemedizin. Ziel der Telemedizin ist die Verbesserung der Gesundheit durch Bereitstellung lebenswichtiger Informationen, die Verbesserung von Qualität und Zugänglichkeit der medizinischen Versorgung und die Schaffung effizienter, benutzerfreundlicher und umfassend akzeptierter elektronischer Gesundheitsdienste. Weil die Telemedizin ein so wichtiges Thema aus dem Bereich E-Health ist, widmen wir ihr den kommenden dritten Teil unserer E-Health-Serie.

Mehr Zeit für Patienten dank effizientem Informationsmanagement

Damit die knappen Zeitressourcen in Krankenhäusern maximal zur Versorgung der Patienten genutzt werden können, muss das entsprechende Informationsmanagement möglichst effizient sein. TA Triumph-Adler bietet im Bereich der automatisierten und mobilen Datenerfassung maßgeschneiderte Konzepte an:

  • Mit dem ePen-System geschieht die Dokumentation vor Ort in der bekannten Form auf einem Papierformular – nur eben mit einem speziellen Schreibgerät, das über eine Infrarotkamera verfügt und die Inhalte automatisch erfasst. Nachdem die Notizen in eine Digitalschrift umgewandelt wurden, werden Daten übertragen und gespeichert. 
  • Mit der mobilen Datenerfassung per Tablet werden die Daten bereits am Erhebungsort digital erfasst. Egal ob im Operationssaal, auf der Station am Patientenbett oder im Rettungsfahrzeug. Mit der innovativen Touchscreen-Lösung lassen sich medizinische Daten mobil und direkt digital erfassen – handschriftlich oder per Screen-Tastatur.
  • Neue Regelungen für Patientenentlassungen erhöhen die Anforderungen an flexible und leistungsstarke Output-Systeme. Wichtig: Krankenhäuser sind dazu verpflichtet, viele versorgungsrelevante Informationen in Papierform an den Patienten weiterzugeben. Mit den Multifunktionsgeräten und Druckern lassen sich Ausdrucke in unterschiedlichsten Formaten zuverlässig verarbeiten.

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