IT-SECURITY-ROUNDTABLE IN DER TA ZUKUNFTSFABRIK

Cybersecurity: Unverzichtbar, auch für den Mittelstand
#Start-ups #IT-Sicherheit #Innovation #Digitalisierung

Ob Mittelständler oder Großkonzern: Cybersecurity sollte ganz oben auf der Prioritätenliste von Unternehmen stehen. Viele tun sich jedoch schwer mit dem Thema. In der TA Zukunftsfabrik wurde das Problem jetzt in offener Runde diskutiert – und es wurden konkrete Lösungen vorgeschlagen.

Das Problem ist so alt wie die Digitalisierung selbst: Mit der zunehmenden Komplexität der Systeme wächst auch ihre Verwundbarkeit gegenüber Hackerangriffen und anderen Cyberbedrohungen. Erst vor einigen Monaten musste selbst der Bund gestehen, Opfer eines spektakulären Hackerangriffs geworden zu sein. Und vor wenigen Tagen warnte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik vor einer Angriffswelle gegen Energieunternehmen. Ausgangspunkt: Die Büronetzwerke von über hundert deutschen Unternehmen. 

Der Ausweg kann indes nicht in einer Digitalisierungsverweigerung liegen: Vielmehr gilt es, ein neues Bewusstsein für die Problematiken, vor allem aber für mögliche Lösungen zu schaffen. Dazu bedarf es innovativer Ansätze und eines kontinuierlichen Dialogs zwischen IT-Experten und Unternehmen. Genau dieser Gedanke spielte eine wesentliche Rolle bei der Gründung der TA Zukunftsfabrik: Inmitten der Coworking Spaces des St. Oberholz in Berlin Mitte, einem der repräsentativsten Sehnsuchtsorte des digitalen Berlin, hat TA Triumph-Adler seine Vision verwirklicht, einen offenen Raum für den Ideenaustausch zwischen Mittelständlern, Start-ups, Querdenkern und Experten zu schaffen. 

Am 14. Juni fand hier nun mit geladenen Gästen ein Roundtable zum Thema IT-Sicherheit statt. Anwesend waren unter anderem Sven Weizenegger, Mitgründer des Cybersecurity-Start-ups Perseus, Dr. Daniel Wagenführer, General Manager Business Development bei TA Triumph-Adler, Sparda-Bank Vorstandsvorsitzender Frank Kohler sowie St.-Oberholz-Mitbegründer Ansgar Oberholz. Während letzterer moderierte und das Konzept der Zukunftsfabrik vorstellte, gab Sven Weizenegger einen Vortrag zum Stand der Cybersecurity-Debatte in Deutschland.

Anhand von zwei gegensätzlichen Bildern – ein tropisches Inselparadies und eine dunkle, verwinkelte Gasse –  erklärte Weizenegger, der in seiner Jugend selbst als Hacker tätig war und lange als IT-Sicherheitsexperte bei der Deutschen Telekom arbeitete, wie die öffentliche Wahrnehmung des Internets oft nur die „positiven, sonnigen Seiten“ der Digitalisierung sehe. Es gebe jedoch eine „dunkle, gefährliche Seite“, die einen Großteil des Internets ausmacht: Das Deep Web und das Dark Web – jene Teile des Internets, die nicht ohne besondere Vorkehrungen navigierbar sind und nicht von Google indiziert werden – seien für rund 96 % der Online-Inhalte verantwortlich. Ebenso zahlreich und von der deutschen Wirtschaft verkannt seien die Risiken und Potenziale, die von der Digitalisierung ausgehen. So sei bei deutschen Unternehmen das Misstrauen gegenüber Cloud-Diensten tief verankert, obwohl dessen Nutzung große Optimierungspotenziale bieten würde. Zum Abschluss seiner Präsentation zitierte Weizenegger eine Statistik, die so manche Schwierigkeit bei der Digitalisierung des Mittelstands noch mal eindrucksvoll auf den Punkt brachte: 23 Prozent der deutschen Unternehmen, so Weizenegger, seien der Ansicht, dass die Digitalisierung ihrer Firma abgeschlossen sei. 

Der Denkfehler hinter dieser Annahme war allen Anwesenden schnell bewusst, und die Statistik wurde im Vortrag von Dr. Daniel Wagenführer auch prompt aufgegriffen: „Digitalisierung ist ein Prozess“, sagte Wagenführer, „und kann als solcher natürlich niemals abgeschlossen sein.“ Durch die eigenen Erfahrungen in diesem Prozess, so Wagenführer weiter, habe TA Triumph-Adler ein besonderes Bewusstsein für die Probleme und Potenziale der mittelständischen Digitalisierung entwickeln können. Letztendlich müsse Digitalisierung „bodenständig“ sein, also konkrete Lösungen für Probleme des Mittelstands bieten. Aus dieser Erkenntnis heraus sei die Kooperation mit der Bundesdruckerei entstanden, mit der TA Triumph-Adler Workshops zum Thema IT-Sicherheit veranstaltet, in denen maßgeschneiderte Lösungen für die teilnehmenden Kunden gesucht, geplant und umgesetzt werden.

Zum Abschluss der Veranstaltung öffnete sich das Format der Diskussion. Kurosch Daniel Habibi, Gründer des Fintechs Carl, und Sparda-Bank-Vorstandsvorsitzender Frank Kohler diskutierten das Problem Cybersecurity aus ihrer jeweiligen Perspektive. Schnell wurde klar, dass kleine Start-ups auch im Bereich der IT-Sicherheit agil sind. Aber sie sind auch auf Mittelständler und etablierte Unternehmen als Partner angewiesen. Wichtig blieb für alle Diskussionsteilnehmer der Erhalt eines ständigen Dialogs zwischen den Akteuren mit ihren oft unterschiedlichen Interessen und Expertisen: Es bestehe ein Mangel an Austausch zwischen den Erfahrungen und Bedürfnissen von Start-ups, Konzernen und Mittelständlern.

Wohl auch deshalb waren sich alle Teilnehmer am Ende einig, was das Fazit zur Veranstaltung und zum Zukunftsfabrik-Format angeht: gerne mehr davon!