SERIE: DIE CHANCEN VON E-HEALTH

#4: Die wichtigsten Vorteile
#Effizienz # E-Health #Wirtschaft #Digitalisierung

Im vierten Teil unserer Serie zu E-Health schaffen wir einen Überblick über die Chancen und Potenziale neuer Technologien. In zwei Wochen schließen wir die Serie dann mit einem Beitrag zu den Risiken ab. Zuvor ging es im ersten Teil um die Grundlagen von E-Health; Teil zwei listete die wichtigsten  Anwendungsbereiche auf; in Teil drei lag der Fokus auf Telemedizin.

E-Health: neue Geschäftsfelder und Chancen

E-Health ist eines der wichtigsten Innovationsfelder der kommenden Jahre. Die flächendeckende Einführung von E-Health-Lösungen bietet weitreichende Vorteile, die dabei helfen, das deutsche Gesundheitssystem zukunftsfähiger zu gestalten. Die gute Nachricht: Der Gesetzgeber hat dieses Potenzial erkannt und mit der Verabschiedung des E-Health-Gesetzes (siehe auch Teil eins unserer Serie) den Weg für Innovationen geebnet. So formuliert das Gesetz zum Beispiel die technischen Voraussetzungen, die gegeben sein müssen, damit Telemedizin zum Einsatz kommen kann. Auch die wachsende Angebotspalette digitaler Anwendungen wie Gesundheits-Apps verdeutlicht den Digitalisierungstrend im Gesundheitswesen. Was sind also die konkreten Chancen von E-Health? Und wie werden sie genutzt?

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Vernetzung führt zu mehr Effizienz 

Schon heute erleichtern technische Innovationen und Applikationen den medizinischen Alltag (siehe auch Teil zwei unserer Serie). Die komplette Umstellung des Gesundheitswesens wird zwar noch einige Jahre dauern – am Ende wird sie aber, da sind sich Experten sicher, zu mehr Vernetzung und damit zu mehr Effizienz und Exzellenz im Gesundheitswesen führen. Laut der Beratungsgesellschaft PwC revolutioniert die Digitalisierung das Gesundheitswesen, indem es Ärzten, Krankenhäusern und Pharmaunternehmen erlaubt, Gesundheit neu zu denken:

Durch den beschleunigten Austausch und die bessere Vernetzung von Patientendaten sind neue innovative Therapieformen möglich. Zudem sparen digitale Workflows nicht nur Zeit und Kosten, sondern erhöhen die Qualität der Dokumentation und verbessern damit die Patientenversorgung. Erfreulicher Pluspunkt: Ärzte und Pflegepersonal haben dank Automatisierung wieder mehr Zeit für ihre Patienten, weil digitale Systeme Routineaufgaben übernehmen. Sie wollen mehr wissen? Die Vorteile im Überblick: 

Informationsmanagement: Digitale Workflows senken Kosten

  • Informationen werden effizienter ausgetauscht (TA Triumph-Adler bietet hier beispielsweise Lösungen bei der digitalen Patientenaufnahme, der mobilen Datenerfassung oder auch dem Entlassmanagement an).
  • Ärzte, Krankenkassen etc. können schneller auf Informationen zugreifen. 
  • Gesundheitsdaten können von überall und jederzeit abgerufen werden.
  • Strukturschwache Gebiete bekommen Zugang zu weit entfernten Fachärzten.
  • Eine zentrale Datenerfassung führt zu mehr Effizienz, etwa indem Doppeldiagnosen vermieden werden können

Automatisierung: Digitale Vernetzung führt zu mehr Sicherheit

  • Nach Behandlungen können automatisiert Berichte erstellt werden. Das führt zu schnelleren und genaueren Diagnosen.
  • Digitale Systeme übernehmen administrative Routineaufgaben. Das stärkt das Arzt-Patienten-Verhältnis, weil mehr Zeit für persönliche Betreuung bleibt.

 Big Data: Cloud-Lösungen ermöglichen Zugang zu Daten 

  • Die Aufzeichnung und Zusammenführung persönlicher Daten in einer elektronischen Gesundheitsakte ermöglichen neue Erkenntnisse und Therapiekonzepte.
  • Ergebnisse aus Big-Data-Analysen bilden die Grundlagen für E-Health-Anwendungen und führen zu neuen, übergeordneten Erkenntnissen.
  • Gemeinsam betriebene Cloud-Plattformen können die Gesundheitsdaten verschiedenen Interessengruppen zugänglich machen.

Der Kostenfaktor 

Werden E-Health-Lösungen konsequent genutzt, lassen sich langfristig Kosten sparen, so eine Studie von PwC: Mit der neuen digitalen Infrastruktur in Deutschland ließen sich demnach die jährlichen Gesundheitskosten um zwölf Prozent senken. Um das Potenzial voll ausschöpfen zu können, muss jedoch zunächst investiert werden.

Finanzierung notwendiger Investitionen 

Rezepte, Patientenakte, Datenaustausch zwischen den Sektoren, Gesundheitskarte und Medikationspläne – all das wird demnächst digital integriert und über eine einheitliche Infrastruktur vernetzt sein. Dazu kommt ein bundesweites Telemedizin-System: Laut der HSH Nordbank wird die gematik (Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte) die dafür nötige „Telematikinfrastruktur“ aufbauen und betreiben. In der Praxis bedeutet das, dass die gematik „nur“ die digitale Plattform zur Verfügung stellt. Neue EDV- und Video-Systeme, die Programmierung einheitlicher und sicherer Schnittstellen, neue Behandlungssoftware und -datenbanken sowie die Ausbildung von Personal müssen Leistungserbringer wie Ärzte oder Krankenhäuser selbst zahlen. Wer dieses Geld aufbringen kann, verschafft sich, so die HSH, wesentliche Wettbewerbsvorteile, denn die digitalen Fortschritte sind fürviele Patienten sehr attraktiv. Das erhöht Auslastung, Produktivitätund Erträge.

Wer wie viel investieren muss 

Wer davon welche Investitionen tragen muss, lässt sich über die aktuelle Aufteilung der Gesundheitskosten ermitteln. Laut Statistischem Bundesamt entfallen auf Krankenhäuser 26 Prozent, Arztpraxen 15 Prozent und Zahnarztpraxen 7,5 Prozent der gesamten Gesundheitskosten. Weiterer Aufwand entsteht z. B. für pharmazeutische Produkte, Apotheken, Pflege, Medizintechnik und Verwaltung. Nach Berechnungen der HSH Nordbank bedeutet das umgerechnet auf die Zahl der Einrichtungen für ein durchschnittliches Krankenhaus E-Health-Investitionen von knapp 20 Millionen Euro. Je durchschnittliche Arzt- und Zahnarztpraxis ergeben sich etwa 250.000 Euro.

Status quo in Deutschland 

Die Potenziale von E-Health sind zurzeit noch nicht voll ausgeschöpft, wie die PwC-Studie„Effizienzpotenziale durch E-Health“ zeigt. Demnach gibt es in Deutschland ein ungenutztes Effizienzpotenzial von rund 39 Milliarden Euro. Woran das liegt? Bislang scheuen sich Ärzte und Krankenhäuser noch, in die IT zu investieren. Bis Mitte 2018 sollen jedoch alle Praxen und Kliniken an die Telematik-Infrastruktur (TI) angeschlossen sein. An das digitale Kommunikationsnetz müssen sie sich, so die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), selbst anbinden. Das hat die Bundesregierung mit dem E-Health-Gesetz beschlossen. Andernfalls drohen Sanktionen. Ärzte und Co. benötigen dafür einen digitalen Praxisausweis („SMC-B“-Karte) zur Registrierung und Anmeldung. Für die Patienten ist die elektronische Gesundheitskarte (eGK) der persönliche Schlüssel zu ihren medizinischen Daten in der TI. Wie es dabei um den Datenschutz steht? Ob die Usability einer App ältere Menschen ausgrenzt? Den Risiken und Nebenwirkungen von E-Health widmen wir uns in Teil fünf unserer Serie – hier bei Talking Future.  

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